Was tun, wenn das Kind gemobbt wird?

Kind wird getröstet

Wenn das eigene Kind immer wieder und über einen längeren Zeitraum hinweg fertig gemacht wird, kann das sehr belastend und schwierig sein. Vielleicht hat Dein Kind mit Dir darüber gesprochen oder Du hast eine Vermutung, dass Dein Kind gemobbt wird. Verhält sich Dein Kind anders als Du es kennst, zieht sich immer weiter zurück oder wirkt traurig? Auf jeden Fall bist Du nicht allein! Hunderttausende Erwachsene sind in einer ähnlichen Situation wie Du. Du musst die Mobbingsituation Deines Kindes nicht tatenlos mit ansehen! Im Folgenden erhältst Du einen ersten Überblick, wie Du Dein Kind unterstützen kannst: 

1. Hilfreiche Gespräche mit Deinem Kind führen 

Ein Gespräch ist der erste Schritt, wie Du Deinem Kind helfen kannst. Aber auch im Laufe des Prozesses ist ein Austausch zwischen Deinem Kind und Dir wichtig. Schaffe für das erste Gespräch eine ruhige und angenehme Atmosphäre. Höre aufmerksam zu und nimm das Problem ernst. Es ist hilfreich, Verharmlosungen oder voreilige Ratschläge zu vermeiden. Versuch stattdessen einfühlsam zu sein und gib Deinem Kind Zeit. Wenn Dein Kind Dein ernsthaftes Interesse und Deine Bereitschaft zur Hilfe spürt, wird es sich Dir anvertrauen. 

2. Setze Dich selbst nicht unter Druck 

Viele Erwachsene glauben, dass sie sofort eine Lösung liefern müssen. Vielleicht möchte Dein Kind aber gar nicht, dass Du selbst handelst. Betone, dass es eine Möglichkeit sein kann, erst einmal nur darüber zu reden. Es muss sich nach dem Gespräch nicht sofort alles verändern. Im Gegenteil kann ein Handeln als Folge des Gesprächs sogar von Deinem Kind ausgeschlossen werden. Wichtig ist immer, Dein Kind selbst entscheiden zu lassen, was der nächste Schritt sein soll. 

3. Sende Ich-Botschaften 

Damit sich Dein Kind wirklich von Dir verstanden fühlt, können Ich-Botschaften helfen. Spiegel Deinem Kind, was Du verstanden hast. Im Gegensatz zu Du-Botschaften gehst Du besser auf Dein Kind ein und zeigst ihm, wie wichtig Dir die Situation ist. Auch wenn die Schilderungen Dich verständlicherweise wütend oder traurig machen, bleib möglichst ruhig und gefasst. Nur so gibst Du Deinem Kind Sicherheit und Halt. 

4. Halte fest, was Deinem Kind passiert 

Wenn Dein Kind sich Dir anvertraut, versuche möglichst genaue Informationen über die Vorfälle in der Schule zu bekommen. Das ist wichtig für spätere Gespräche in der Schule. Einzelheiten kannst Du auch notieren. Sollte Dein Kind online gemobbt werden, macht am besten Screenshots von den Nachrichten und Chatverläufen. 

5. Mut machen 

Es ist wichtig, Deinem Kind Mut zuzusprechen. Dadurch gibst Du ihm Vertrauen, dass sich die Situation ändern wird. Bestärke Dein Kind in den Eigenschaften und Fähigkeiten, die es ausmachen. Schaffe schöne Momente, in denen Dein Kind sich sicher fühlen kann. Vielleicht rücken die Sorgen über das Mobbing in der Schule dann sogar für einen kurzen Moment etwas in den Hintergrund und es kann sich auf ein schönes Erlebnis fokussieren. 

6. Lösung gemeinsam planen 

Die meisten Erwachsenen möchten das allerbeste für ihr Kind und glauben auch den richtigen Weg zu kennen, um dies zu erreichen. Es ist aber von großer Bedeutung, dass Dein Kind direkt an der Lösung der Mobbingsituation beteiligt ist. Nur so kann es die positive Erfahrung machen, dass es das Problem – mit Hilfe von außen – allein bewältigen kann. Kinder kennen die Situation in der Schule zudem weitaus besser als man selbst. Außerdem kannst Du durch die Abstimmungen vermeiden, dass Dein Kind zu Handlungsweisen überredet wird, die es überfordern. Denn in ihrer Hilflosigkeit geben Erwachsene manchmal gut gemeinte Ratschläge, die dem Kind nicht helfen, sondern es zusätzlich verunsichern. Wenn Du in Bezug auf Deine Ratschläge unsicher bist, kann dir der Verein Zeichen gegen Mobbing helfen. 

7. Hilfe annehmen 

Viele Erwachsene greifen in ihrer Hilflosigkeit oder in der ersten Aufregung schnell zu Mitteln, die das Mobbing nicht beenden, sondern oft sogar verschlimmern. Zögere bitte nicht, Dich bei Unsicherheiten jederzeit an einen Verein zu wenden oder Dir Unterstützung von Freunden oder Lehrkräften zu holen.

Zusammenarbeit mit der Schule 

Um die Mobbingsituation beispielsweise in Schulen dauerhaft lösen zu können, kann der mit Abstand erfolgreichste Weg die Zusammenarbeit mit der Schule selbst sein. Auf diese Weise lassen sich großartige Erfolge erzielen, da das Mobbing dort, wo es stattfindet, am besten beendet werden kann. 

Unterstützung auf diesem Weg findest du bei dem Verein Zeichen gegen Mobbing e. V.